
„Beim Spielen werden Sie zur Mitgestalter*in: Sie hören die Musik – und zugleich Ihre eigene Stimme, Ihre Gefühle, Ihre Erfahrungen. Sie sind die Hauptfigur; ich bin lediglich die Vermittlerin zwischen Traum und Wirklichkeit.“
Die preisgekrönte Pianistin Elitsa Desseva, von der Kritik für ihre „ekstatische Gestaltungskraft“ (Online Merker) gefeiert, wirkt an der Schnittstelle von Performance, Lehre und Konzertkuratierung. Sie ist Studienleiterin und offizielle Pianistin der Heidelberger Frühling Liedakademie, tritt international mit führenden Sängerinnen und Kammermusikerinnen auf, entwickelt Workshops zur Liedprogrammgestaltung und erforscht, wie vergessenes Repertoire heutigen Zuhörerinnen neu begegnen kann.
Ihre internationale Konzerttätigkeit führte sie bereits in die Wigmore Hall, den Pierre Boulez Saal, die Carnegie Hall, den Musikverein Wien, das Musée d’Orsay, das Brucknerhaus Linz und das Concertgebouw Amsterdam sowie zu Festivals wie dem Heidelberger Frühling, den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, dem Grachten Festival, LIEDBasel und dem Seiji Ozawa Matsumoto Festival. Ihre Konzerte wurden u. a. von BBC Radio 3, Radio France, SWR, NDR und NHK World Japan übertragen.
Gemeinsam mit ihrem langjährigen Duopartner Mikhail Timoshenko erarbeitet Elitsa Liedprogramme mit starkem konzeptionellem Fokus, darunter die 2021 entstandenen Konzerte für die Académie Orsay–Royaumont, gestaltet im Dialog mit der Sammlung des Musée d’Orsay, sowie Alaverdi (2023), ein georgisch inspiriertes Geburtstagsprojekt für Jörg Widmann beim Heidelberger Frühling. 2024 veröffentlichte das Duo das von der Kritik vielbeachtete Album Eduard Erdmann: Lieder (Hänssler Classic) mit Weltersteinspielungen von Eduard und Irene Erdmann sowie Liedern von Philipp Jarnach. Im selben Jahr präsentierte Elitsa beim LIEDBasel Festival ihr eigenes Lied Gift nach einem Gedicht von Barbara Kennedy – ein Werk, das „durch ungewöhnliche Klavierklänge aufhorchen ließ“ (Das Opernmagazin).
Zu ihren Projekten der Saison 2025–26 zählen das von ihr konzipierte, kabarettistisch-dunkelhumorige Programm Der Tod, das muss ein Wiener sein (Renitenztheater Stuttgart), das sie gemeinsam mit Hagar Sharvit, Mikhail Timoshenko und Nikolaus Büchel präsentiert, First Schubert mit Julian Prégardien und Feride Büyükdenktas, sowie ein Liederabend mit Thomas Hampson und Giulio Putrino. 2026 wird sie gemeinsam mit Timoshenko einen neuen Liederzyklus von Yüri Reindeer in Rachmaninoffs Villa Senar (Luzern) uraufführen und ihr Debüt bei der Schubertíada Vilabertran geben.
Elitsa erlangte internationale Anerkennung als Liedpianistin durch mehrere bedeutende Wettbewerbserfolge. Mit Mikhail Timoshenko gewann sie 1. Preise beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart und beim Wettbewerb Franz Schubert und die Musik der Moderne Graz und erreichte das Finale des Wigmore Hall/Independent Opera Song Competition in London, bei dem Timoshenko mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde. Weitere Auszeichnungen folgten in Dortmund, Lyon und Schleswig-Holstein.
Als Solistin wurde sie für ihre Interpretationen ungarischer Komponisten gefeiert und erhielt den Béla Bartók Preis beim Île-de-France International Piano Competition in Paris, gewann den Liszt–Bartók Wettbewerb in Sofia und wurde mit dem Yordan-Kamdzhalov-Preis geehrt, der zu ihrem Auftritt von Liszts Klavierkonzert Nr. 2 beim Festival Balabanov’s House Music Days in Plovdiv führte.
Seit 2022 ist Elitsa eine prägende pädagogische Stimme in der Liedszene: Als Studienleiterin, Akademiepianistin und Coach der Heidelberger Frühling Liedakademie wurde sie auf Einladung von Thomas Hampson als erste Frau in dieser Funktion berufen. Sie leitete 2025 ihren Workshop Lied.GESTALTUNG an der Kunstuniversität Graz und unterrichtete im Rahmen der Song Week an der Stellenbosch University in Kapstadt. Ihre pädagogische Expertise vertiefte sie zudem durch ein Praktikum im Opernstudio der Wiener Staatsoper.
Als Britten Pears Young Artist und Yehudi Menuhin Live Music Now Artist ist Elitsa Alumna der Heidelberger Frühling Liedakademie mit Thomas Hampson, von Carnegie Hall’s Song Studio mit Renée Fleming, der LIEDBasel Academy sowie der Académie Orsay–Royaumont, die in einem Live-Album bei B Records mündete. Sie ist Mitglied der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart und wird von der Concerto21 Foundation unterstützt.
Geboren in Sofia, Bulgarien, verbindet ihr Spiel Einflüsse der russischen, deutschen und ungarischen Klavierschule, geprägt durch ihr Studium an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Sie lebt derzeit in Wien.